Wie sollte Weihnachten und Silvester Ihrer Meinung nach sein? Woher kommen diese Vorstellungen und welche davon sorgen für wirkliche Freude, welche davon eher für zu viel Arbeit und Stress? Wie sollen sich Ihre Liebsten über ein Geschenk freuen, wenn Sie durch die Besorgungen völlig kaputt, überarbeitet und genervt am Weihnachtsbaum sitzen? Der Wunsch nach einem perfekten Weihnachts – oder Silvesterfest kann dazu führen, dass nur noch auf Äußerlichkeiten und nicht auf ein freudvolles, liebevolles Miteinander geachtet wird.
Kennen Sie die Geschichte von dem Mann, der 15 Jahre lang seiner Frau die Oberhälfte des Brötchens überlassen hat bis er feststellen musste, dass sie eigentlich die untere viel lieber mag, aber aus Rücksicht ebenfalls all die Jahre Verzicht geübt hat? Vielleicht sind Ihrem Partner oder Ihren Kindern die aufwendig gebackenen Plätzchen, der mühsam aufgestellte große Weihnachtsbaum oder die Bowle an Silvester ja gar nicht so wichtig wie sie immer dachten.
Damit schenken Sie Ihren Kindern etwas viel wichtigeres, nämlich die Erkenntnis, dass Glück und Freude nicht allein von materiellem Reichtum abhängt und dass es wichtig ist sich zu entscheiden, scheinbar fehlenden Dingen nicht hinterher zu trauern.
Anstatt die eigenen Kinder mit Geschenken zu überhäufen kann es auch eine Idee sein, gemeinsam mit Ihren Kindern einen Schuhkarton für andere weniger begünstigte Kinder zu packen. (Mehr zu der Aktion Weihnachten im Schuhkarton im Punkt Geschenkideen gesucht?..). Das fördert nicht nur das Bewusstsein für Gemeinschaft bei Ihren Kindern, sondern ist Zeit, die Sie gemeinsam mit Ihrem Kind verbringen und die ganz einfach auch Spaß machen kann!
Klare Ansagen darüber, wer was übernimmt sind wichtig. Wichtig ist aber auch anzuerkennen, dass jeder Mensch Aufgaben auf seine Weise erledigt und viele Wege nach Rom führen. Genauso, wie Sie sich Anerkennung für Ihre Mühe wünschen, tun es die Anderen auch.
Besprechen Sie im Vorfeld gemeinsam in Ruhe, wie Meinungsverschiedenheiten und Konflikte der letzten Jahre vermieden werden können. Vielleicht hilft es beispielsweise auch vorher zu überlegen wie viel Alkohol ausgeschenkt werden soll.
Kennen Sie Veranstaltungen, in der jede Sekunde verplant ist und man sich kaum traut, auch nur den stillen Ort aufzusuchen, weil man dann evtl. schon den Anschluss verpassen könnte? So sollte weder Weihnachten noch Silvester aussehen. Zeit für einen kleinen Spaziergang, entspannt etwas Musik zu hören oder einen kurzen Telefonplausch mit der besten Freundin sollten allen Beteiligten hier und da zugestanden werden. Und denken Sie daran allen, d.h. auch Ihnen selbst!
Nicht jede Weihnachtsfeier ist Pflicht und auch Silvester können Sie sich nicht zerteilen. Überhaupt wäre es wahrscheinlich wohltuend, wenn Sie sich von Pflichten in Ihrem Leben so weit wie möglich befreien würden, denn es gibt nur eine(n), der Ihr Leben lebt und von daher auch das Steuer in der Hand hält und das sind Sie! Wenn Sie sich mal nicht im Klaren darüber sind, wie verpflichtend für Sie und Ihr Leben etwas wirklich ist, dann fragen Sie sich, wie entscheidend anderes Ihr Leben in fünf Jahren aussehen wird, wenn Sie der Verpflichtung nicht nachgehen. Dann erkennen Sie, wie verpflichtend die Sache für Sie wirklich ist.
Laut Umfrage wünschen sich 30% aller Deutschen „Würstchen mit Kartoffelsalat“ auf dem Weihnachtstisch :). Und haben Sie vielleicht schon einmal Plätzchen von Ihren Kindern gegessen, bei denen die Form kaum mehr zu erkennen war? Waren die weniger schmackhaft oder fanden Sie dieses Missgeschick vielleicht sogar reizend? Umgekehrt gefragt: Waren Sie schon einmal eingeladen, wo wirklich alles stimmte, geschmückter Tisch, angenehme Musik, strahlende gutaussehende Gastgeber und ein Menü, welches im fünf Sterne Restaurant nicht hätte besser sein können? Ja, waren Sie? Und jetzt frage ich Sie: Wie gerne erwidern Sie diese Einladung und laden zu sich ein? Machen Sie es sich und anderen nicht unnötig schwer! Zeigen Sie das Nicht-Perfekte, aber Persönliche. Niemand ist perfekt! Gehen Sie also mit gutem Beispiel voran und trauen Sie sich, Fehler zu machen und über diese zu reden und zu lachen. Ihre Familie und Gäste werden Ihnen dankbar sein und sich Ihnen viel schneller anvertrauen, sich wohlfühlen und selbst die eigene fehlerfreie Fassade fallen lassen.
Kritische Familienthemen sollten bei solchen Festen gar nicht erst angesprochen werden. Wer vorsorgen will, dass nicht wieder die üblichen verdächtigen Streitthemen aufkommen, lädt am besten Freunde mit ein. Das lockert die Familienbindung auf.
Der Senf hilft das Fleisch leichter zu verdauen und das Lorbeerblatt im Rotkohl verhindert unangenehme Winde. Wenn Sie darüber hinaus auch etwas für Ihr seelisches Wohl tuen wollen, dann ölen Sie am besten schon mal Ihre Stimmbänder zum gemeinsamen Weihnachtslieder singen, denn Studien haben erwiesen, dass Musik hilft, Stress abzubauen. Das ist auch bei der Wahl sanfter Hintergrundmusik zu bedenken.